Tagebuch Dreharbeiten – Total verpeilt im Wilden Westen

Allmählich haben wir genug von Vampiren. Da kommt die Gelegenheit, in der Westernstadt des Schlosspark Thurn zu drehen, gerade richtig. Also muss etwas mit Cowboys her. Und mit Zeitmaschinen und Lasergewehren. Insgesammt brauchen wir vier Drehtage und vier weitere für Training und Locationscouting.


Unsere Cowboys

Crewtraining, Szenenvorbereitung und Locationscouting

Wilder Western
Locationscouting in Schloss Thurn

Noch im November bricht eine erste kleine Gruppe nach Heroldsbach auf, um die Kulissen zu scouten. Wir müssen die Orte finden, an denen unsere Jugend-Forscht-Gruppe auf die zwei Cowbäuerinnen trifft, wo der Kehlenschlitzer versteckt wird und wo der klassische Showdown stattfinden soll. Was müssen wir mit Tüchern verhängen? In welche Richtung können wir filmen, in welche nicht? Wie bewegen sich die Darsteller? Haben wir genug Platz für einen Stuhlkreis? Wo können wir die Crew bekochen? Dabei vergessen wir, nach rechts öffnende Außentüren zu suchen, was sich später noch beinahe rächen wird.

Storyboard Direktorenzimmer

Ab Dezember wird es dann ernst. An einem Nachmittag proben wir den ersten Auftritt unserer Western-Helden. Hier wollen wir nichts dem Zufall überlassen, vor allem auch nicht die Kameraführung. Im Januar wird die Crew trainiert. Einen Tag Auffrischung an Stativen, Kameras und Tongeräten. Und wir machen uns ein paar Gedanken darüber, was ein gelungenes Making-Of ausmacht. Auch das wollen wir diesmal nicht dem Zufall überlassen. Im Februar folgt dann als letzter Vorbereitungstermin die Szenenprobe der fünf Zeitreisenden. Dabei wird der letzte Feinschliff am Drehbuch vorgenommen. In der verbleibenden Woche bis zu den Dreharbeiten wird daraus das Storyboard entwickelt.

1.Drehtag

Bei Frau Direktorin Pfeife
Bei Frau Direktorin Pfeife

Am ersten Drehtag kümmern wir uns erst einmal um die Schulszenen. Dafür haben wir uns ein paar Räume im alt bewährten Easthouse gebucht, einen als Klassenzimmer und einen als Aufenthaltsraum. Der wird zu Anfang gleich noch einmal für ein kurzes Schauspielerbriefing genutzt, während die anderen die Technik aufbauen. Dann geht es auch schon direkt los!

Zuerst widmen wir uns dem Stuhlkreis. Die Schauspieler streichen in jeder Pause begeistert auf dem Storyboard ab, welche Einstellungen wir schon alle abgedreht haben. Die Crew ist an diesem Tag recht klein, da Einige kurzfristig abgesagt hatten, jedoch kamen wir trotzdem schnell voran und konnten letztendlich sogar den Tag eine Stunde früher beenden als geplant.

2.Drehtag, 02.03.17

Die Bar
Die Bar unserer Cowboys

Heute geht es dann zum ersten Mal in die Westernstadt. Zwar ist das Wetter nicht so prickelnd, weshalb wir uns erst einmal den Innenszenen widmen. Die Stimmung ist trotzdem gut, denn viele der Kids können unsere Location zum ersten Mal erkunden. Der Aufbau dauert etwas länger, weil wir den Saloon erst entmodernisieren und alles was stört abkleben oder zuhängen müssen. Dann fangen wir an: Die erste Begegnung unserer Jugendforscher-Gruppe mit den Cowboys. Dafür kommt auch gleich unsere neue Nebelmaschiene zum Einsatz. Wir brauchten mehrere Anläufe, denn die Maschine produziert so viel Nebel, dass die Schauspieler auf der Kamera komplett nicht mehr zu sehen sind. In den Zwischenpausen kuscheln dann alle am Heizkörper und essen warme Tomatensuppe um sich dann doch noch etwas aufzuwärmen, vor allem die Cowboys, da diese ja nur dünne Hemden und Westen tragen.

Crew bei Aufnahme der Jumpcuts
Erste Aufnahme mit unserem Slider

Dann gehts an der Bar weiter. Gewünscht sind Jumpcuts. Doch bevor wir anfagen, geht erstmal ein bewunderndes „ah…oh…“ durch die Runde, als unsere Kamerafrau dafür unser (ebenfalls neues) Schulterstativ auspackt. Zum Schluss wird die Überraschung dann noch größer, als wir den Slider für die Aufnahme der Schritte der Cowboys aufbauen, auch wenn wir da dann ein paar Probleme mit den Rillen im Boden haben. Doch auch dieses Problem wird gelöst und wir beenden den Tag anschließend und machen uns dann ziemlich müde auf den Heimweg. Die Technik können wir größtenteils direkt vor Ort lassen, denn morgen wird ja gleich weiter gedreht.

3.Drehtag, 03.03.17

Unsere Barikade
Darsteller und Crew auf den Barikaden

Und wieder treffen wir uns in der Westernstadt. Heute beginnen wir mit den Außenszenen. Dafür müssen wir uns zuerst eine Barikade bauen. Allerdings werden neben dem Saloon gerade ein paar Pferde trainiert. Die müssen natürlich erst einmal gestreichelt werden, erst danach kann gedreht werden. Die Bedingungen für die Außenaufnahmen sind heute ein bisschen herausfordernd. Es ist windig, ein piepender Betonmischer fährt auf und ab und am Schluss müssen wir uns sehr ranhalten, da das Licht recht schnell verschwindet. Trotzdem hatten alle viel Spaß, vor Allem bei der Prügelszene, sowohl die Schauspieler als auch die Außenstehenden. Dann kam noch der dramatische Auftritt der Gangster und letztendlich schließen wir wieder mit einem Stuhlkreis und einer Kameraeinstellung mit dem Kran für heute ab.

4.Drehtag, 04.03.17

Gangsteraufnahmen
Erste Aufnahmen des letzten Drehtages

Wieder geht’s in den Western. Wir müssen schließlich noch ein paar Außenaufnahmen machen. Glücklicherweise ist es heute sogar recht warm und schön sonnig. Allerding sind ein paar unserer Crewleute anfangs etwas abgelenkt von herumstreunernden Katzen und Babykamelen. Außerdem brauchen wir nun die rechtsöffnende Tür und wir stellen fest, dass Kulissentüren nur Kulisse sind. Zum Glück findet sich schließlich eine echte Stalltür, die den Anforderungen gerecht wird. Dann legen wir aber auch gleich mit den Gangstern los, während die anderen schon einmal die nächste Szene proben. Die lässt sich dann auch recht schnell abarbeiten, obwohl wir ein wenig mit dem Gegenlicht kämpfen müssen. Die Gangster liegen währenddessen faul in der Sonne.

Dann ist auch schon wieder Mittagspause, diesmal etwas entspannter, da wir wissen, dass uns danach nur noch eine kurze Szene fehlt. Deswegen werden auch gleich noch ein paar Runden Schwarz-Weiß draußen gespielt. Am frühen Nachmittag kommt die letzte Szene dran, diesmal wieder innen. Anschließend werden noch ein paar Tonaufnahmen für die Prügelszene gemacht und dann wird der letzte Drehtag auch schon mit Kaffee, Kuchen und einer ersten kleinen internen Kinovorstellung beendet. Alle sind etwas traurig, dass nun Schluss ist. Vor der Abfahrt werden also noch Pläne geschmiedet für einen Familiensonntag im Schlosspark Thurn.

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