Drehtagebuch Zugvögel

Von sechs Wochen Ferien sind nur noch fünf Tage übrig, aber wir lassen uns keine Zeit zum Chillen. Mit Nightmare haben wir uns warm gemacht, nun kommt unser zweiter Sommerfilm an die Reihe: Zugvögel.

Zugvögel

Donnerstag, 11.9. Frauenaurach

Dreharbeiten Zugvögel: Keiner isst die Requisiten!

Heute war der erste Drehtag der Zugvögel, der zweite Dreh dieser Ferien. Als erste Szene, perfekt passend zum baldigen Schulanfang … Lernen! Auch wenn keiner so wirklich Ahnung hatte worum es im Text ging, ist die Szene gut gegangen. Dass Mette Baumeier Physik aus einem Lateinbuch lernt, wird hoffentlich keinem Zuschauer auffallen. Solche Kleinigkeiten können schon mal passieren.
Dann ging es weiter im Esszimmer und die Versuchung, nicht doch einmal die Torte, die da auf dem Tisch stand zu probieren, war vor allem für die Schauspieler sehr groß! Es wäre nicht das erste Mal, dass unsere Darsteller heimlich die Requisiten aufessen. Wer erinnert sich noch an den Knoblauch von Vampirfieber 1? Aber wir durften sie ja schließlich doch essen. Dann ging es für ein paar von uns auf den Spielplatz, während die anderen (weiter) im Haus nach Drehlocations suchten. Nachdem dann alle ausgepowert und satt (von Keksen und Torte) waren, war der Drehtag auch schon vorbei und alle wurden abgeholt.
— Lilly —

Freitag, 12.9. Frauenaurach

Dreharbeiten Zugvögel

Der Wetterbericht schreit: Land unter – also nehmen wir erst einmal die Innenaufnahmen in Angriff. Leider hängt Linas Outfit in der Wäsche fest und wir müssen warten, bis die nette Eilbotin uns das gute Stück frei Haus liefert. So beginnen wir mit dem Dreh im Pyjama in Linas Zimmer. Sie muss heute schon um 4:45 Uhr aufstehen. Dafür das richtige Licht zu finden, ist eine Herausforderung für unsere Lichtexperten. Gleich darauf stopfen wir unsere kleinen Darsteller in das nächste Kostüm und ihre Helme und Knie-und-Arm-Schützer. Sie sehen aus, als wollen sie zum Hockeyspielen. Gedreht wird nun auf engstem Raum auf der Treppe. Der Ton versteckt sich im Schuhregal, die Kamera ist auf mehreren Stufen verankert, Kamerafrau unter dem Stativ, es muss ja schließlich auch Platz bleiben, damit die Schauspieler auf der Treppe herunterhüpfen können. Die heimischen Wachhunde beäugen das Ganze sehr misstrauisch und müssen auch manchmal ihre Meinung äußern. Der Regen lässt überhaupt nicht nach, so wird es heute wohl nichts mit den Frischluftaufnahmen. Bis auf Kamera, Lina und die Regie werden schon einmal alle in den Rittersporn verfrachtet. Dort gibt es eine ausgiebige Pause. Der Rest wird nachgeholt und der Drehort quasi spurenfrei hinterlassen. Nach so einem Dreh hat man Hunger. Für die Darsteller gibt es leckere Vesperbrote im Keller, warum schauen die denn so komisch drauf? … Es war ein intensiver Drehtag und am Ende hört es sogar auf zu regnen.
— Annett —

Samstag, 13.9. Erlangen

Dreharbeiten Zugvögel: Im Kinderglück

„Das ist eine Ente – noch mal machen!“
Lina und Emsi kneten, die Erzieherin im „Kinderglück“ findet ihre Figuren doof. Kinderglück ist der Kindergarten, in dem unsere Szene spielt. Lina und Emsi sitzen am Tisch und hinter ihnen hängen zwei Seiten mit strengen Regeln.
„Das Handeln und Tauschen mit Verpflegung, ganzen oder angebissenen Stücken davon, ist untersagt und wird mit Ausschluss vom gemeinsamen Einnehmen der Grundversorgungs-Mahlzeiten bestraft. Ausgenommen davon sind Vesperstücke mit mindestens 11 Tagen über das Haltbarkeitsdatum abgelaufenem Istzeitpunkt.“
Die beiden müssen immer wieder kleine Tiere kneten. Wieder einmal wurde der Keller im Ritterspornweg zu einem Filmstudio: Campingplatz, Party–Keller, Hauptquartier des Jungenhasser Clubs, Schlafzimmer, und jetzt ein Kindergarten. Hier ist alles möglich. Wir sind diesmal im Kinderglück und die Hausherrin spielt die überforderte Erzieherin. Die Kinder toben, schreien, schieben sich Bleistifte in Nase und Ohren und unsere beiden Hauptdarsteller berührt das alles nicht. Kinderkram. Natürlich zeigen wir die vielen Kinder nicht, man sieht auch keinen Kindergarten, sondern man hört nur die Geräusche und sieht wie Puppen und Spielzeug durch die Luft fliegt. Das ist gut gemacht. Toll, was wir hier alles aus einem Keller erfinden können. Wenn wir im Ritterspornweg drehen, gibt es auch viel zu Essen. Den ganzen Tag stehen Teller mit Apfelstücken und Bananen bereit, es gibt Tee und Kekse. In den Pausen lümmeln wir im Wohnzimmer. Auf dem Riesensofa hat fast das gesamte Team mit 15 Kindern Platz und spielt und chattet. Es war ein toller Tag mit vielen Kindern und guten Filmszenen. Wir freuen uns schon sehr auf das lustige Ergebnis.
— Heijko —

Sonntag, 14.9., Obermichelbach

Dreharbeiten Zugvögel: Im Büro der Personalabteilung

Lina Baumeier sitzt im Büro der überforderten Personalangestellten Britta Möller und präsentiert stolz ihre Zeichnungen. Für diese Szene brauchen wir ein selbstgemaltes Tier. Unsere Hauptdarstellerin beginnt ein Eichhörnchen zu zeichnen. Ich bin zufrieden, möchte das Malen unterbrechen und die Aufnahme starten. Der Regisseur hält mich zurück: „Glaub mir, bevor dieses Eichhörnchen nicht fertig gemalt ist, werden wir nicht filmen.“ Ich glaube ihm. Ich gebe der Crew ein Zeichen, die Geräte auszuschalten und sich zu setzen. Wir schauen zu, wie Strich für Strich das Eichhörnchen entsteht. Ein letzter Strich noch. Alle springen auf, machen sich fertig für die Aufnahme. Doch noch nicht. Das Bild muss erst ausgemalt werden, wir setzen uns wieder. Schließlich geht es los. Für den ersten Versuch gar nicht schlecht. Aber wir wissen: Bis der Text sitzt, bis Rhytmus, Mimik und Blickrichtung stimmen, brauchen wir noch einige Versuche. Für den zweiten Versuch wird eine Katze gemalt. Wir alle schauen geduldig zu. Für den Dritten ein Schmetterling. Der Boden füllt sich mit gemalten Tieren.
Als wir schließlich fertig sind haben wir eine gute Aufnahme, viele schöne Tierbilder und ein halbes Paket Druckerpapier weniger. Die Crew stürmt zur Pause nach draußen auf die Felder. Jemand hat ein Insekten-Forscher-Kit mitgebracht. Die Pause wird heute wohl etwas länger dauern.
Und einige Stunden später dann – sind wir fertig. Der letzte unserer sieben Drehtage in diesen Ferien ist um, alle Aufnahmen sind wie geplant im Kasten. Technik und Crew werden ein letztes Mal in die Fahrzeuge verstaut bzw. ihren Eltern übergeben. Morgen noch ein letzter Tag Ferien, dann kehrt wieder Normalität ein. Alle sind ein wenig traurig. Und wie immer fragen wir uns: Wie geht es weiter? Was machen wir als nächstes? Wir werden sehen…
— Sören —

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