Drei Euro-Catering für Jugendfilmgruppen

Catering – damit es jedem schmeckt

Catering – oft unterschätzt, aber ein ganz wesentlicher Bestandteil eines Filmprojektes. Hungrige Filmemacher sind nicht gut für die Stimmung am Set. Und wer einen Keks im Mund hat, macht weniger Krach und ruiniert nicht die nächste Tonaufnahme. Aber was bietet man einer Gruppe Kinder und Jugendlicher an, wenn das Budget knapp ist?

Unsere Rahmenbedingungen:

  • Es soll gesund sein.
  • Es soll jedem schmecken
  • Wir wollen mit 3€ je Tag und Kopf auskommen
  • Eine Person steht fast Vollzeit für das Catering zur Verfügung

Einkaufen

Wir greifen auf Discounter zurück, aber verzichten soweit möglich auf Fertiggerichte und Geschmacksverstärker. Wer sich auf dem Wochenmarkt oder beim Bio-Bauern versorgen will, wird wahrscheinlich mit 3€ nicht auskommen.

Zusätzlich fragen wir die Eltern, wer noch etwas zum Buffet beitragen möchte. So kommen noch z.B. Brezen, Krapfen oder selbstgebackener Kuchen dazu.

Getränke

Catering für Jugendfilmgruppen - Getränke

Getränke sind das Wichtigste überhaupt. Sie sollten immer in ausreichender Menge bereit stehen. Unser Tipp:

  • Drei 0,5-Liter PET Flaschen je Kopf und Tag.
  • Je zur Hälfte Wasser und Saftschorle
  • Dazu warmer Tee

Glasflaschen verbieten sich auf offensichtlichen Gründen. Große Flaschen und Becher schonen den Geldbeutel, aber wir haben keine Lust dauernd aufzuwischen. Auf Cola und Limo verzichten wir, Kinder mit zuviel Zucker im Blut werden schnell anstrengend. Energy-Drinks kommen grundsätzlich nicht ins Haus. Bei größeren Jugendlichen oder für die Eltern kann man auch mal einen Kaffee anbieten.

Für die Flaschen liegen Permanent-Marker bereit. Wer sich eine Flasche öffnet, schreibt seinen Namen darauf. Andernfalls steht am Abend das ganze Haus voller halbleerer Flaschen.

Mischen verboten

Ich kenne kein Kind, dass einen mit Käse überbackenen Blumenkohl-Tomaten-Oliven-Schinken-Auflauf essen würde. Alles wird von irgendjemandem nicht gemocht. Daher versuchen wir die Zutaten möglichst getrennt und immer gut erkennbar zu lassen, so dass sich jeder Seins heraussuchen kann.

Häufige Ablehnugsgründe:

  • Geschmack: Tomaten, Fisch, überbackener Käse, …
  • Weltanschauung: Schweinefleisch, oder Fleisch überhaupt, …
  • Gesundheit: Zucker, Milch, Nüsse, Mehl (Gluten), Sellerie, Soja, Senf …

Dem Koch sollten alle Einschränkungen (vor allem die Lebensmittelallergien, Unverträglichkeiten, Diabetes) bekannt sein. Vorher mit den Eltern besprechen!

Auf Schweinefleisch verzichten wir fast ganz – Kinder mögen es einfach nicht. Wenn Fleisch, dann Geflügel.

Frühstück

Optional – Das Frühstück kostet Geld und wertvolle Drehzeit. Andererseits ist es cool, den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück zu beginnen. Wir machen das eher selten.

  • Grundausstattung: Tee, Orangensaft, Milch, Brötchen, Butter, Nusscreme, Corn Flakes
  • Für Anspruchsvolle zusätzlich: Käse, Brezen, Honig, Marmelade, Müsli, Obst.

Zwischendurch

Frisches Gemüse für zwischendurch

Vor allem rohes Obst und Gemüse, je nach Saison und ggf. in greifbare Stücke geschnitten:

  • Salatgurken
  • Möhren
  • Kohlrabi
  • Paprika
  • Äpfel
  • Bananen
  • Kernlose Weintrauben
  • Mandarinen

Partytomaten sind relativ teuer, große Tomaten sind schwer zu essen. Bei Konzentrationsdefiziten können auch mal gezielt ein paar Kekse bereitgestellt werden.

Mittag

Zucchini-Suppe

Warm, sättigend, nicht zu schwer und nicht zu lang. Wir setzen gern auf Suppen und selbstgebackene TK-Laugenstangen, Brezen, Baguettes und Knäckebrot. Kinder sind zwar auch bei Suppen zunächst eher skeptisch. Wenn sie jedoch gut gemacht sind gibt es keine Beschwerden:

  • Zucchinisuppe
  • Tomatensuppe
  • Buchstabensuppe
  • Lauchsuppe

Auch die Baguettes und Laugenstangen in kleinere Stücke schneiden, sonst bleiben überall halb angebissene Teile liegen. Gemäß dem Grundsatz „Mischen verboten“ stellen wir jeden Tag eine andere, pürierte Gemüsesuppe aus wenigen Zutaten her und stellen alles weitere separat als Topping auf den Tisch: Schinkenwürfel, Geflügelwiener, gebratene Champignons, geschmorte Zwiebeln, Naturjoghurt, Croutons. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Dazu Butter, Frischkäse oder Käse als Belag für die Laugenstangen.

Kaffee

Tagsüber halten wir uns mit Süßigkeiten eher zurück. Zur Kaffeezeit dürfen nun Kekse auf den Tisch. Und natürlich selbstgebackener Kuchen. Hier können sich auch die Eltern der Filmemacher gut beteiligen. Die persönlichen Favoriten unserer Filmemacher: Zimtschnecken, Zitronenkuchen, Schokokuchen. Auf klebrige Süßigkeiten sollte verzichtet werden, sonst finden sich die Spuren auf der Kameratechnik wieder.

Abendessen

Jetzt darf gefeiert werden. Nach einem ereignisreichen Tag ist es schön noch ein oder zwei Stunden zusammen zu sitzen. Die abholenden Eltern kommen nach und nach und setzen sich noch eine Weile dazu. Möglicherweise sind die Kids aber schon wieder mit Kameras und neuen Projekten unterwegs.

Typische Mahlzeiten am Abend:

  • Nudeln mit Pesto
  • Chilli (Fleisch ggf. separat)
  • Hühnerschnitzelchen in Parmesan
  • Eierkuchen/Pfannkuchen/Plinsen mit verschiedenen süßen oder herzhaften Füllungen
  • Ofenkartoffeln

Bei Nudeln am besten zwei Sorten Pesto und Tomatensoße separat bereit stellen. Genovese und Rosso kommen immer gut an. Wird Pesto fertig im Glas gekauft lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste, hier gibt es gravierende Unterschiede. Dazu geriebener Parmesan, Käse in Scheiben oder Fleischbällchen.

Hygiene

Ein wichtiges Thema, auf das wir vielleicht in einem späteren Post eingehen. Besonders wichtig wird es im Umgang mit rohem Fleisch oder Fisch, oder anderen verderblichen Lebensmitteln. Unter Umständen kann ein Nachweis über eine Belehrung des Gesundheitsamtes erforderlich sein. Bitte informiert Euch!

Rezepte

Wollen wir vielleicht später posten. Einige Rezepte die uns gefallen findet Ihr in unserer Rezeptesammlung auf Chefkoch.de

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