Filmemachercamp auf Burg Hoheneck

Wie lernen jüngere Jugendliche am besten, Filme zu machen? Natürlich im mehrtägigen Camp in einer coolen, inspirierenden Kulisse! Wir waren drei Tage auf Burg Hoheneck. Jeder Teilnehmer sollte die Chance bekommen, den Umgang mit Kamera, Tongerät, Licht, Klappe und Schnittsoftware zu üben. Ein kurzer Rückblick.


Ankommen

Jetzt wird es ernst: Aufnahme der Burg-News

Am Freitagvormittag gegen 10 Uhr werden alle 10 Teilnehmer von ihren Eltern munter und motiviert am Burgtor bei den beiden Betreuern des Film-Wochenend-Camps abgeliefert. Wir haben uns mit der ganzen Technik in der Bibliothek eingerichtet. Nach einer Vorstellungsrunde und der Besprechung des Ablaufs, der Unterbringung, der Verpflegung starten wir zügig mit einem Burgrundgang, um die Location kennzulernen und hierbei die Augen nach coolen Drehorten offen zu halten.

Zum Aufwärmen soll eine kurze Nachrichtensendung produziert werden. Die Teams für Reportage und Technik sind schnell gebildet. Jetzt können die ersten sechs Kids gleich die Einweisung in die Geräte erhalten. Wir haben die Sony AX 33 zum Filmen, das Zoom H4N mit Rode NTG2 auf der Angel und mehrere LED-Schweinwerfern dabei. Wer sich schon auskennt, kann gleich dabei sein Wissen auffrischen und an die anderen weitergeben. Der Rest des Teams entwirft den Rahmen und die Beiträge der Sendung, gestaltet Texte und Requisiten. So können gleich nach der Mittagspause die Szenen abgedreht werden. Alle Speicherkarten werden eingesammelt und die Daten auf unsere Schnitt-Laptops gezogen. Mit dem Beamer streamen wir die Schnittsoftware an die Wand. So können alle gleich dabei zusehen, wie aus dem Rohmaterial der Film zusammengesetzt und bearbeitet wird. Lizenzfreien Ton haben wir uns mitgenommen, so bekommen die „BurgNews“ einen frischen Jingle.

Drehbuch

Diskussionen beim Schnitt

Nun haben wir uns eine Kaffeepause mit Obstteller verdient. Gleich darauf geht es weiter: Wir lesen die mitgebrachten Drehbücher und beraten, was umgesetzt werden soll. Wir entscheiden uns für die Geschichte um den Knappen Kuno. Kurzentschlossen nehmen wir noch zwei weitere Knäppinnen in die Story auf. Die mittelalterlichen Outfits werden zusammengestellt und der Text geprobt. Noch auf einen Sprung zum Kiosk und dann bekommen wir schon unser leckeres Abendessen serviert. Das Highlight des Abend ist das gemeinsame Lagerfeuer. Dazu müssen wir erst einmal das Holz herantragen und lange Stecken suchen. Die Küche spendiert uns Stockbrotteig und Marshmallows. Wie spielen Frisbee und Fußball und füllen uns die Bäuche, rechtzeitig vor dem Gewitter sind wir wieder in der Burg.

Es geht los

Sonne auf dem Fussballplatz: Reflektor im Einsatz

Alle Frühaufsteher machen am Morgen einen Spaziergang zu den Alpakas. Auch hier finden wir schöne Plätzchen, die wir für den Dreh aufsuchen könnten. Nach dem Frühstück bleibt noch Zeit zum Tischtennisspielen. Um 10 Uhr sind wir schon wieder voll dabei und richten die erste Szene ein. Wer nicht vor der Kamera steht, bedient die Technik. Bis zur Mittagspause haben wir alle Einstellungen: Schuss, Gegenschuss und die Nahaufnahmen geschafft. Etwas knifflig sind die Aufnahmen für die Ton- und Kameraleute, weil sich der historische Fußboden bei jedem Schritt knarzend und wackelnd bemerkbar macht. Nach der Mittags-Stärkung schleppen wir die ganze Technik zum Fußballplatz. Hier ist die nächste Szene dran, die Sportler sind so nett und verdrücken sich derweil auf eine andere Wiese. In der prallen Sonne wird es schnell anstrengend. Beim Licht müssen wir kreativ sein, die richtige Kameraperspektive finden und starke Schatten mit Diffusor oder Reflektor bekämpfen.

Außenaufnahmen

Knappe Kuno kommt

Weiter geht es am Burgtor. Hier ist es schön schattig, und nur wenn wir es öffnen müssen, stört das Gegenlicht total. Daher müssen wir es wohl am Abend noch einmal versuchen. Dafür macht es allen einen Riesenspaß, als der Knappe mit dem Nudelholz über den ganzen Burghof gejagt wird. Zur Stärkung bekommen wir heute Nussschnecken. Dann sitzen die Eifrigen schon wieder am Schnitt und fügen das neue Material ein. Wir haben zwei Notebooks mit Vegas Pro dabei, so dass vier bis sechs Kids intensiv diskutierend die Aufnahmen zum Film werden lassen können.

Für die nächste Szene finden wir im Foyer einen alten Tisch und eine Bank. Hier müssen nun 9 Schauspieler gut arrangiert werden, damit keiner verdeckt wird und die Gesprächslinien untereinander gut funktionieren. Auch das Licht muss gut eingerichtet werden, die kleinen Fenster in den dicken Mauern der Burg lassen nicht viel Sonne herein. Von jedem werden einzelne Sätze noch einmal nah aufgenommen, damit wir schön mit den Schnitten arbeiten können. Der hoch wissenschaftliche Text schafft Versprecher und Lacher für die ganze Crew.

Nach dem Abendessen probieren wir noch einmal die Szene am Burgtor, hier setzen wir auch unsere Nebelmaschine ein. Damit einen coolen Effekt zu erzielen ohne Feueralarm auszulösen, ist gar nicht so einfach. Nun haben wir es für heute geschafft und können uns im Freizeitraum beim Kicker, Billiard, Twister und Tanzen mit Hits aus den Lautsprechern erholen. Ganz Eifrige sind nicht zu bremsen und arbeiten noch ein Weilchen am Schnitt. So können wir morgen gleich die ersten Ergebnisse ansehen.

Abschluss

Nachrichtenredaktion

Nach dem Frühstück müssen wir erst einmal unser Gepäck aus den Zimmern räumen, damit diese für die neu anreisenden Gruppen vorbereitet werden können. Die letzten zwei Szenen schaffen wir noch vor 10 Uhr. Wer nicht beim Schnitt helfen kann, hat Zeit einen zweite Nachrichtensendung zu produzieren. Hier können sich dann auch die restlichen Teilnhemer in Ruhe mit Ton, Licht und Kamera ausprobieren. Wir suchen uns innen und draußen ruhige Plätze für unsere Aufnahmen. Nach der Mittagspause nutzen wir noch einmal die vielen Freizeitangebote. Dann wird es Zeit unsere Bibliothek zum Vorführraum umzuräumen. Um 15 Uhr kommen die Eltern und wir wollen unsere Filme zeigen. Es ist ein tolles Ergebnis geworden, vielleicht wird der Film „Hinter der Zeit“ zum KiFiFe genommen. Los, liebe Eltern, unterschreibt uns die Bildrechteerklärung!

Vielen Dank an die Mitarbeiter der Jugendbildungsstätte Burg Hoheneck! Wir wurden herzlichst empfangen, köstlichst verpflegt, gemütlichst gebettet und tatkräftigst unterstützt.

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