Filmen mit DSLR – Richtige Belichtung

Die richtige Belichtung ist eines der wichtigsten Gestaltungsmittel aller Kamera-Leute. Wer seine DSLR immer auf Vollautomatik setzt, verschenkt viel Raum für Kreativität.

Aber was war nochmal der Unterschied zwischen Blende und ISO-Wert? Und ist ISO6400 bei 1/200 Sekunde mit f3.5 besser als ISO200 bei 1/15 und f5.6? Oder wie? Häh?

Unser kurzes Cheat-Sheet für alle, die es eilig haben.

NWSP Cheat Sheet Belichtung

Es ist: Sehr dunkel Sehr hell „Normale“ Werte
Das Bild soll… … heller werden. … dunkler werden.
Blende Große Blende = kleiner Blendenwert. Kleine Blende = großer Blendenwert Mittlere Blende
Beispiel-Werte für Blende: f1.8 oder f2.8 f16 bis f25 f8
Das Ergebnis: Sehr unscharfer Hintergrund (Geringe Tiefenschärfe). Gut für Porträts. Auch der Hintergrund ist scharf. Gut für Landschaftsaufnahmen oder bewegte Kamera ohne Autofokus. Hintergrund ist etwas unscharf. Allgemein beste Bildqualität.
Richtige Belichtung: Blende F2.8 Richtige Belichtung: Blende F25 Richtige Belichtung: Blende F8
Belichtungszeit Lang Kurz
Beispielwerte Belichtungszeit: 1 Sekunde – 1/25 Sekunde 1/100 bis 1/4000 Sekunde 1/50 Sekunde
Ergebnis: Bewegte Objekte verschwimmen („Bewegungsunschärfe“). Verwackelte Bilder. Bewegte Objekte sind scharf. Film ruckelt. Leichte Bewegungsunschärfe. Ideal für Film.
Richtige Belichtung: Belichtungszeit 1/10 Sekunde Richtige Belichtung: Belichtungszeit 1/1000 Sekunde Richtige Belichtung: Belichtungszeit 1/50 Sekunde
ISO-Wert Hoch Niedrig
ISO Beispielwerte 1600, 6400, 12800 100, 200 400
Ergebnis Starkes Bildrauschen, schlechte Farben. Kein Bildrauschen Geringes Bildrauschen.
Richtige Belichtung: ISO 12.800 Richtige Belichtung: ISO 100 Richtige Belichtung: ISO 800
Was kann man noch tun? Scheinwerfer oder Reflektoren verwenden, UV-Filter abnehmen, Weitwinkel- statt Tele-Aufnahmen. Schatten machen, ND-Filter aufsetzen

Belichtung - Warum soll mich das überhaupt interessieren?

Die meisten Kameras können ISO-Wert, Blende und Belichtungszeit je nach Lichtverhältnissen vollautomatisch einstellen. Daher muss man diese Dinge nicht unbedingt verstehen. Aber wir sehen drei gute Gründe dafür, es doch zu tun:

  1. Besonders ältere Kameras wählen bei Video-Auzeichnungen nicht immer die günstigste Einstellung. Unsere EOS 600D tendiert zu sehr hohen ISO-Werten bei sehr kurzen Belichtungszeiten, was beim Filmen überhaupt keinen Sinn macht.
  2. Bewegungsunschärfe und Tiefenschärfe sind wichtige Gestaltungsmittel. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Hier muss der Künstler selbst entscheiden, welchen Bildeindruck er erzeugen möchte.
  3. Mindestens sollte der Filmer die automatisch gewählten Einstellungen im Blick haben und verstehen können. Auch in dunklen Situationen können Kameras in der Regel zwar noch helle Aufnahmen erzeugen, müssen dazu aber extrem hohe ISO-Werte wählen. Dies würde zu Bildrauschen und schlechten Farben führen. Der Filmemacher sollte hier noch vor Beginn der Aufnahme das Problem erkennen, und für zusätzliches Licht sorgen.

Mehr Infos zum Thema Belichtung findet Ihr bei uns:

… oder woanders:

Alle Beispielbilder auf dieser Seite wurden mit Canon EOS 600D und Tamron SP AF 90mm f/2.8 aufgenommen.

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