Sommer, Strand und Film-Challenges

Ostsee Promenade

Urlaub am Strand = Faulenzen? Nicht bei uns!
Auch dieses Jahr wieder fahren 12 unserer Filmer und Filmerinnen im September für eine Woche nach Warnemünde an die Ostsee. Diesmal nehmen wir uns jedoch kein großes Filmprojekt vor, sondern entscheiden uns dafür, die Zeit für mehrere kleine Challenges zu verwenden. Dadurch haben wir viel weniger Zeitdruck, sind in der Tagesplanung flexibler und können uns mehr darauf konzentrieren, verschiedenste Filmmethodiken auszuprobieren und mit ihnen herum zu experimentieren, als auf die Handlung und den Inhalt der einzelnen Clips achten zu müssen. Dazu haben wir uns in kleinen Teams von jeweils drei bis vier Personen fünf verschiedene Aufgaben gestellt. Strand- & Shoppingzeit gibt es nebenher natürlich reichlich.

Challenge 1: Stumme Geschichtenerzähler

Zuerst befassen wir uns mit dem Thema Stummfilm. Die Vorgabe ist einfach. Dreht einen kurzen Clip, bei dem kein Ton mit aufgenommen werden darf. Trotzdem soll die Handlung der Szene natürlich gut zu verstehen sein. Der genaue Inhalt und das Genre sind uns überlassen. Klassischer Weise entscheiden sich jedoch alle Teams ziehmlich schnell, lustige Videos zu drehen. Vielleicht liegt das einfach am guten Wetter. Dennoch sind sie alle komplett verschieden: verschwundene Klopapierrollen, Spannung auf dem Spielplatz oder ein Schokoriegeldiebstahl. Nach drei Stunden Dreharbeiten waren alle fertig. Zur Erholung war dann erstmal Frisbee am Strand angesagt.

Ostsee

Challenge 2: Der Stille eine Stimme geben

Am späten Nachmittag machen wir dann gleich weiter. Dafür werden die Teams neu gemischt. Jedem Team wird einer der vorher angefertigten Filme zugeteilt. Dabei achten wir darauf, dass niemand einem Film zugeteilt wird, an dem er heute morgen schon gearbeitet hat. Nun kommt das Gegenstück der ersten Challenge: Verleiht dem euch zugeteilten Film Ton! Dabei sollte sowohl auf die Dialoge als auch auf Hintergrundgeräusche geachtet werden. Zwar gibt es ein paar Probleme, da wir nur zwei Notebooks für die drei Teams zu Verfügung haben und alle gleichzeitig schneiden wollen. Am Ende haben wir für das Ganze dann doch nur zwei Stunden gebraucht.
Nach dem Abendessen haben wir uns alle gemütlich zusammengehockt, um uns zum ersten Mal die Ergebnisse des heutigen Tages anzuschauen. Trotz Mühen mussten einige feststellen, dass nicht alles, was sie selbsterklärend fanden, auch genauso bei anderen Betrachtern ankommt. Das macht die Ergebnisse der zweiten Challenge jedoch nur umso lustiger.

Challenge 3: Auch der Rahmen trägt zum Gesamtbild bei

Jetzt geht es um das Thema Framing. Das ist eine Methode, um bestimmten Bildausschnitten durch andere, im Bild vorhandene Gegenstände, einen „Rahmen“ zu verleihen, indem man zum Beispiel durch ein Gitter hindurch filmt. Dies kann, je nach Rahmen, verschiedene Emotionen vermitteln. Wieder ist Inhalt uns selbst überlassen, weshalb wir eine sehr bunte Genremischung erzielen. Eine Gruppe bleibt beim Thema Comedy, die anderen Beiden wagen sich jedoch an Neues heran: Drama und Horror. Dann geht´s erstmal in der Jugendherberge auf Rahmenjagd. Verschiedenste Blickwinkel werden ausprobiert, Colakästen durch die Gegend getragen, Gräber geschaufelt. Nach einigen Stunden erhielten wir drei sehr stimmungsvolle Ergebnisse und eine Gruppe begeisterter Jugendlicher. Eines ist auf jeden Fall klar: Framing werden wir in Zukunft öfter in unseren Projekten einbauen!

Challenge 4: Sieh mich nicht an!

Nun wenden wir uns dem sogenannten Reactionshot zu. So bezeichnet man die Einstellung, bei der nicht der Redner zu sehen ist, sondern der, der auf das Gesagte reagiert. Unsere Aufgabe: Dreht eine Dialogszene, bei dem der Mund des Redners nicht zu sehen ist! Oder allerhöchstens zwei Sekunden. Auch hier erzielen wir wieder sehr unterschiedliche Ergebnisse, jedoch merkt man, dass unsere Filmer eine Vorliebe für düstere Stimmung haben. Am Ende kommen eine Erpressung, eine Gefängnisszene und eine Mafiaverschwörung heraus. Außerdem wenden viele auch hier gleich wieder das vorher gelernte Framing zur Unterstreichung der Stimmung an.

Challenge 5: Ton für den Klassiker

Zwischendurch gibt es mal wieder eine etwas entspanntere Challenge. Dafür bilden wir diesmal nur zwei Teams, um Laptopkomplikationen vorzubeugen. Anschließend bekommen wir einen Stummfilmklassiker von Buster Keaton, bei dem wir uns nun eine beliebige Szene raussuchen und neu vertonen dürfen. Einzige Vorgabe: Wir müssen alle Geräusche selbst mit dem Mund erzeugen. Also gehen wir gleich ans Werk! Zuallererst schauen wir uns den Film einmal komplett an. Dann suchen wir die Szenen heraus, zu denen uns am meisten einfällt. Die Aufnahmen dauern allerdings etwas länger, da es nicht immer ganz leicht ist, sich ein Lachen zu verkneifen. Pünktlich zum Abendessen sind jedoch alle fertig und gehen los zum Grillen.

Challenge 6: Weniger ist mehr

Filmen wie Lars von Trier! Das war unsere letzte Challenge. Dazu haben wir uns zuerst ein paar Beispiele des sogenannten Dogma-Stils angeschaut. Dabei fällt auf, dass das Hauptmerkmal ist, den Film technisch so schlicht wie möglich zu halten. Als Licht, Requisiten und Hintergrundmusik darf nur das verwendet werden, was direkt vor Ort vorgefunden wird. Nachbearbeitung sowie Special Effects sind erst recht verboten. Dadurch soll der Film für den Zuschauer glaubwürdiger werden und ihn mehr berühren. Das ist letztendlich jedoch Geschmackssache. Ausprobiert wird es trotzdem! Für den Schnitt benötigen wir diesmal deutlich weniger Zeit, da man sich zum Beispiel die Zeit für die Suche passender Musik spart. Dann geht´s auch schon zum Abschieds-Eisessen an der Promenade. Schließlich ist das unser letzter Tag hier.

Auf Wiedersehen, Warnemünde!

Nun war die Woche auch schon wieder zu Ende. Auf der Rückfahrt im Zug wurde noch fleißig Werwolf gespielt und am Bahnhof anschließend alle von Drückern zerquetscht. Dann ging es aber wieder heim. Übermorgen fängt die Schule wieder an. Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht und wir sind sehr mit unseren Filmergebnissen zufrieden. Nächstes Jahr geht’s aber mal woanders hin.

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