31. JuFiFe

3 Tage kostenloses Kino in Nürnberg

Vom 15. bis 17 März 2019 findet wieder das Mittelfränkische Jugendfilmfestival im Nürnberger Cinecitta statt. Fast 70 Filme junger Filmemacher unter anderem aus Nürnberg, Erlangen, Feuchtwangen und Ansbach werden zu sehen sein. Das Programm reicht von „Mein Scheiß Jahr“ bis zu „Mir geht’s gut“, aber auch hockontroverse Themen werden angesprochen, zum Beispiel in „Mädchen können keine Bohrmaschine halten“ 😉

Wie immer ist das Filmprogramm kostenlos. Nur für Cola und Popcorn wird ein finanzieller Beitrag fällig. Nach jedem Film darf das Publikum den Filmemachern fragen stellen, Lob und (in konstruktiven Maßen) Kritik aussprechen.

Workshops und Preisverleihung

Neben dem Filmprogramm werden am Samstag zwei ebenfalls kostenlose Workshops für junge Filmemacher geboten:

  • Von der Idee zum eigenen Film
  • Log Line, Outline, Plot Points – Hilfe oder Hürden beim Drehbuchschreiben?

Wer seinen eigenen Film im nächsten Jahr auf einer 43 Quadratmeter großen Leinwand vor über 250 Zuschauern präsentieren möchte, findet hier sicherlich Inspiration, Hilfe und Mitstreiter.

Wer bereits einen Film im Programm unterbringen konnte, hat am Sonntag Abend die Chance auf einen der begehrten Lobos. Bei den kleinen goldenen Wölfen handelt es sich sozusagen um die mittelfränkischen Jugendfilm-Oscars. Diese werden in drei Kategorien getrennt nach Anfänger, Filmer mit Erfahrung und Filmer mit einschlägiger Ausbildung/Studium vergeben. Auch junge Neueinsteiger können sich also durchaus Hoffnungen auf einen der begehrten Preise machen. Zusätlich werden Lobos in Spezialkategorien vergeben, z.B. für den besten Musik-Clip oder das beste Web-Video.

Nie Wieder Shakespeare auf dem JuFiFe

Sitting a Clown

Auch Nie Wieder Shakespeare ist selbstverständlich auf dem JuFiFe vertreten. Drei Filme mit Beteiligung unserer Filme laufen im Programm:

Filmstill Little Me
Little Me

Eindrücke vom vergangenen Jahr

Unser unbequem Team war 2018 mit der Kamera auf dem Festival unterwegs und hat ein paar Eindrücke festgehalten.

Weitere Infos

Mehr Infos zum Festival direkt vom Veranstalter sowie das komplette Filmprogramm findet ihr hier:

http://www.jufinale.de/mittelfranken/startseite.html

Wir freuen uns, euch auf dem Jugendfilmfestival im Cinecitta zu treffen!

30 Jahre Jugend-Film-Festival

Drei Tage in Nürnberg kostenlos im Kino Filme schauen? Und das inzwischen schon seit 30 Jahren? Das dürfen wir natürlich nicht verpassen! Wieder wurde ein neuer Rekord an Filmeinreichungen aufgestellt. Ganze 123 Kurzfilme musste die Jury sichten, wovon 75 Produktionen dann am Ende vom JuFiFe-Team vorgezeigt wurden.

Nie Wieder Shakespeare auf dem JuFiFe 2018


Veranstaltet wurde das Ganze vom 09. bis zum 11. März im Nürnberger Cinecittà.

Wir sind natürlich auch wieder mit dabei, und diesmal nicht nur als „normale“ Filmschaffende. Zwar wurde unser Kurzfilm Total Verpeilt im Wilden Westen ganz normal am Samstag vorgezeigt, mit unseren Filmemachern brav im Publikum und auf der Bühne. Aber diesmal arbeiten ein paar unserer Filmemacher in der Online-Redaktion des JuFiFes mit und führen, filmen und schneiden Interviews für den offiziellen JuFiFe-Kanal. Nebenher entsteht auch noch ein kompletter Beitrag über das JuFiFe für den Kanal des Erlanger Stadtjugendrings.

Trotz der vielen Arbeit ist das Festival wie immer super spannend, da man immer wieder eine neue bunte Mischung der verschiedensten Produktionen sehen kann, sowohl von Hobbyfilmern als auch Profis. Zudem konnte man auch wieder bei zwei interessanten Workshops mitmachen.

Für den Eintritt und die Teilnahme an den Workshops musste man natürlich wieder nix zahlen. Nur das Popcorn und die Getränke muss man sich selber kaufen. Solltet ihr also nächstes Jahr im März Langeweile haben, dann schaut doch auch mal vorbei 😉 Auf weitere 30 Jahre voller cooler Kurzfilme!

Ach ja – gekrönt wurde das Wochenende natürlich vom Gewinn unseres dritten Publikums-Lobos. Herzlichen Glückwunsch an die erfolgreichen Filmemacher!

Jufife-2018-Lobo-im-Kinosaal
Jufife-2018-NWS-auf-der-bühne
Film-Still


Weitere Infos rund um das JuFiFe


Sommer, Strand und Film-Challenges

Ostsee Promenade

Urlaub am Strand = Faulenzen? Nicht bei uns!
Auch dieses Jahr wieder fahren 12 unserer Filmer und Filmerinnen im September für eine Woche nach Warnemünde an die Ostsee. Diesmal nehmen wir uns jedoch kein großes Filmprojekt vor, sondern entscheiden uns dafür, die Zeit für mehrere kleine Challenges zu verwenden. Dadurch haben wir viel weniger Zeitdruck, sind in der Tagesplanung flexibler und können uns mehr darauf konzentrieren, verschiedenste Filmmethodiken auszuprobieren und mit ihnen herum zu experimentieren, als auf die Handlung und den Inhalt der einzelnen Clips achten zu müssen. Dazu haben wir uns in kleinen Teams von jeweils drei bis vier Personen fünf verschiedene Aufgaben gestellt. Strand- & Shoppingzeit gibt es nebenher natürlich reichlich.

Challenge 1: Stumme Geschichtenerzähler

Zuerst befassen wir uns mit dem Thema Stummfilm. Die Vorgabe ist einfach. Dreht einen kurzen Clip, bei dem kein Ton mit aufgenommen werden darf. Trotzdem soll die Handlung der Szene natürlich gut zu verstehen sein. Der genaue Inhalt und das Genre sind uns überlassen. Klassischer Weise entscheiden sich jedoch alle Teams ziehmlich schnell, lustige Videos zu drehen. Vielleicht liegt das einfach am guten Wetter. Dennoch sind sie alle komplett verschieden: verschwundene Klopapierrollen, Spannung auf dem Spielplatz oder ein Schokoriegeldiebstahl. Nach drei Stunden Dreharbeiten waren alle fertig. Zur Erholung war dann erstmal Frisbee am Strand angesagt.

Ostsee

Challenge 2: Der Stille eine Stimme geben

Am späten Nachmittag machen wir dann gleich weiter. Dafür werden die Teams neu gemischt. Jedem Team wird einer der vorher angefertigten Filme zugeteilt. Dabei achten wir darauf, dass niemand einem Film zugeteilt wird, an dem er heute morgen schon gearbeitet hat. Nun kommt das Gegenstück der ersten Challenge: Verleiht dem euch zugeteilten Film Ton! Dabei sollte sowohl auf die Dialoge als auch auf Hintergrundgeräusche geachtet werden. Zwar gibt es ein paar Probleme, da wir nur zwei Notebooks für die drei Teams zu Verfügung haben und alle gleichzeitig schneiden wollen. Am Ende haben wir für das Ganze dann doch nur zwei Stunden gebraucht.
Nach dem Abendessen haben wir uns alle gemütlich zusammengehockt, um uns zum ersten Mal die Ergebnisse des heutigen Tages anzuschauen. Trotz Mühen mussten einige feststellen, dass nicht alles, was sie selbsterklärend fanden, auch genauso bei anderen Betrachtern ankommt. Das macht die Ergebnisse der zweiten Challenge jedoch nur umso lustiger.

Challenge 3: Auch der Rahmen trägt zum Gesamtbild bei

Jetzt geht es um das Thema Framing. Das ist eine Methode, um bestimmten Bildausschnitten durch andere, im Bild vorhandene Gegenstände, einen „Rahmen“ zu verleihen, indem man zum Beispiel durch ein Gitter hindurch filmt. Dies kann, je nach Rahmen, verschiedene Emotionen vermitteln. Wieder ist Inhalt uns selbst überlassen, weshalb wir eine sehr bunte Genremischung erzielen. Eine Gruppe bleibt beim Thema Comedy, die anderen Beiden wagen sich jedoch an Neues heran: Drama und Horror. Dann geht´s erstmal in der Jugendherberge auf Rahmenjagd. Verschiedenste Blickwinkel werden ausprobiert, Colakästen durch die Gegend getragen, Gräber geschaufelt. Nach einigen Stunden erhielten wir drei sehr stimmungsvolle Ergebnisse und eine Gruppe begeisterter Jugendlicher. Eines ist auf jeden Fall klar: Framing werden wir in Zukunft öfter in unseren Projekten einbauen!

Challenge 4: Sieh mich nicht an!

Nun wenden wir uns dem sogenannten Reactionshot zu. So bezeichnet man die Einstellung, bei der nicht der Redner zu sehen ist, sondern der, der auf das Gesagte reagiert. Unsere Aufgabe: Dreht eine Dialogszene, bei dem der Mund des Redners nicht zu sehen ist! Oder allerhöchstens zwei Sekunden. Auch hier erzielen wir wieder sehr unterschiedliche Ergebnisse, jedoch merkt man, dass unsere Filmer eine Vorliebe für düstere Stimmung haben. Am Ende kommen eine Erpressung, eine Gefängnisszene und eine Mafiaverschwörung heraus. Außerdem wenden viele auch hier gleich wieder das vorher gelernte Framing zur Unterstreichung der Stimmung an.

Challenge 5: Ton für den Klassiker

Zwischendurch gibt es mal wieder eine etwas entspanntere Challenge. Dafür bilden wir diesmal nur zwei Teams, um Laptopkomplikationen vorzubeugen. Anschließend bekommen wir einen Stummfilmklassiker von Buster Keaton, bei dem wir uns nun eine beliebige Szene raussuchen und neu vertonen dürfen. Einzige Vorgabe: Wir müssen alle Geräusche selbst mit dem Mund erzeugen. Also gehen wir gleich ans Werk! Zuallererst schauen wir uns den Film einmal komplett an. Dann suchen wir die Szenen heraus, zu denen uns am meisten einfällt. Die Aufnahmen dauern allerdings etwas länger, da es nicht immer ganz leicht ist, sich ein Lachen zu verkneifen. Pünktlich zum Abendessen sind jedoch alle fertig und gehen los zum Grillen.

Challenge 6: Weniger ist mehr

Filmen wie Lars von Trier! Das war unsere letzte Challenge. Dazu haben wir uns zuerst ein paar Beispiele des sogenannten Dogma-Stils angeschaut. Dabei fällt auf, dass das Hauptmerkmal ist, den Film technisch so schlicht wie möglich zu halten. Als Licht, Requisiten und Hintergrundmusik darf nur das verwendet werden, was direkt vor Ort vorgefunden wird. Nachbearbeitung sowie Special Effects sind erst recht verboten. Dadurch soll der Film für den Zuschauer glaubwürdiger werden und ihn mehr berühren. Das ist letztendlich jedoch Geschmackssache. Ausprobiert wird es trotzdem! Für den Schnitt benötigen wir diesmal deutlich weniger Zeit, da man sich zum Beispiel die Zeit für die Suche passender Musik spart. Dann geht´s auch schon zum Abschieds-Eisessen an der Promenade. Schließlich ist das unser letzter Tag hier.

Auf Wiedersehen, Warnemünde!

Nun war die Woche auch schon wieder zu Ende. Auf der Rückfahrt im Zug wurde noch fleißig Werwolf gespielt und am Bahnhof anschließend alle von Drückern zerquetscht. Dann ging es aber wieder heim. Übermorgen fängt die Schule wieder an. Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht und wir sind sehr mit unseren Filmergebnissen zufrieden. Nächstes Jahr geht’s aber mal woanders hin.

Kinderfilmfestival 2017: Hinter der Zeit

Header-Hinter-der-Zeit

Zum vierten Mal auf dem KiFiFe

Vom 6. bis 8. Dezember 2017 ist es wieder soweit: Das 13. Mittelfränkische Kinderfilmfestival (KiFiFe) findet im Erlanger E-Werk statt.

Am Freitag im öffentlichen Nachmittagsprogramm läuft Nie Wieder Shakespeares Beitrag: Hinter der Zeit. Als letzter Film wird er das Festival beenden. Zehn junge Filmemacher hatten ihn im Frühjahr während eines dreitägigen Camps auf Burg Hoheneck gedreht. Es geht dabei um den Knappen Kuno, der durch eine Raum-Zeit-Anomalie aus dem Mittelalter mitten in die Mädchenkulturtage des Jahres 2017 katapultiert wird.

Der Film konnte sich zusammen mit 25 anderen Werken aus insgesamt 50 Einsendungen durchsetzen. Gezeigt wird er am Freitag, den 8. Dezember ab 15:00 im Nachmittagsprogramm. Die Filmemacher dürfen nach dem Film auf der Bühne einige Fragen der Moderatoren beantworten. Jeder anwesende Filmemacher bekommt ein Festival-Shirt. Nach dem Filmprogramm wird es Workshops geben. Auf dem Programm für dieses Jahr stehen:

  • Autogrammkarten gestalten
  • Blue-Box Special Effects
  • Maske – Schminken lassen
  • Nachvertonung
  • Schauspieltraining
  • Film-Hunde
  • Tablet-Filmstudio
  • Trickfilm
  • Zaubertricks
Programmankündigung KiFiFe 2017 - Hinter der Zeit

In den vergangenen Jahren hatten wir auf diesem Festival bereits alle unsere Voll-Verknallt-Filme zeigen können. Voll Verknallt 3 wurde sogar zum Bayerischen Kinderfilmfestival nominiert und gewann dort einen Preis für den besten Bayerischen Kinderfilm. Auch dieses Jahr können sich die Filme wieder für die Bayerische Kifinale qualifizieren. Diese findet im kommenden Jahr in Roth statt. Also: kommen, Freunde mitbringen, feiern und Daumen drücken! (Nachtrag: Nach Aussage der Veranstalter ist das Kino bereits Wochen vor dem Festival ausgebucht)

Weitere Infos zum Festival findet ihr auf www.kinderfilmfestival-mfr.de.

Mehr Infos zu uns gibt es hier: Über Nie Wieder Shakespeare

Nachtrag: Festival-Rückblick

Acht unserer jungen Filmemacher von NWS konnten am Festival teilnehmen und erleben, wir ihr Film beim Publikum ankommt. Zu unserer Überraschung lief mit Der verhexte Tag ein weiterer Film, an dem eine unserer Schauspielerinnen mitgewirkt hatte. Sechs Filme wurden insgesamt gezeigt und wie versprochen im Anschluss verschiedene Workshops angeboten. Nun gilt: Nach dem Festival ist vor dem Festival. Es wird Zeit, sich über einen Film für das 14. Mittelfränkische Kinderfilmfestival im Jahr 2018 Gedanken zu machen.

KiFiFe - Hinter der Zeit auf der Bühne
Die Filmemacher von Hinter der Zeit auf der Bühne des KiFiFe

Codec oder Container oder was?

Codec oder Container?

Regelmäßig trifft man in Foren auf Dialoge wie diese:

Welchen Codec verwendest du?
MP4.
Haha, du Anfänger! MP4 ist doch kein Codec! H.264 ist der Codec!

Das ist nervig. Das ist unnötig.

Und es ist falsch.

Damit ihr solchen unterbeschäftigten, selbsternannnten Experten in Zukunft antworten könnt, werfen wir einen kurzen Blick auf die Frage: Was ist ein Container? Und was ist ein Codec? Und was ist H.264?

Was ist ein Codec?

Videos bestehen aus Bildern. Bilder bestehen aus Bildpunkten. Zu jedem Bildpunkt müssen in der Regel 3 Byte an Farbinformationen gespeichert werden. Das macht bei einer Auflösung von 1920×1080 (also ca. 2 Millionen Bildpunkten pro Bild) und 25 Bildern pro Sekunde (Vorsicht, Mathe!):

3 Bytes/Pixel * 2.000.000 Pixel/Bild * 25 Bilder/Sekunde * 7200 Sekunden/Film = 1 TB pro Film.

Mit einer so großen Datenmenge könnte man heute nicht vernünftig arbeiten. Viele PC’s werden immer noch mit Festplatten ausgeliefert, auf die so nicht einmal ein einziger Spielfilm passen würde. Die Videos müssen also komprimiert werden. Die Software, die diese Kompression (Encoder) und beim Abspielen die De-Kompression (Decoder) übernimmt wird Codec genannt.

Beispiele für Codecs sind: Quicktime H.264, Sony AVC, X264, FFmpeg oder MainConcept AVC. Normale Anwender müssen sich in der Regel keine Gedanken um Codecs machen, weil die meisten Player und Schnittprogramme alle notwendigen Codecs mitbringen.

TDLR: Videos müssen komprimiert werden, weil sie zu viel Speicherplatz verbrauchen würden. Das übernimmt ein Encoder. Um dieses komprimierte Video lesen zu können, braucht man einen passenden Decoder. Encoder und Decoder zusammen nennt man Codec.

Was ist ein Container?

Ein Video besteht aus mehr als nur den Bilddaten. Dazu wird mindestens noch Ton gebraucht. Dieser kann in mehreren Sprachen vorliegen und ebenfalls durch einen Codec komprimiert worden sein. Außerdem können Bilder (Thumbnails), Kapitelmarken oder Untertitel enthalten sein. Das Format, das all diese Daten zusammen in eine Datei packt, wird Container genannt. Der Container bestimmt die Dateiendung des Video-Files.

Typische Container mit typischen Dateiendungen sind:

  • Quicktime: *.mov
  • MPEG-2-Programmstrom: *.mpg
  • MP4: *.mp4
  • AVI: *.avi
  • WebM: *.webm
  • Advanced Streaming Format: *.wmv

TDLR: Wenn das Video durch einen Video-Codec und der Ton durch einen Audio-Codec komprimiert wurde, muss beides in ein File gepackt werden. Dazu kommen vielleicht noch Untertiel, Kapitelmarken und weitere Daten. Wie das passiert, wird durch das Containerformat bestimmt. Das zur Zeit wohl meist-verwendete Container-Format ist MP4.

Und was ist nun H.264?

Nun will natürlich nicht jeder Codec-Hersteller ein eigenes Verfahren zur Video-Kompression erfinden. Außerdem sollen Videos, die mit dem Codec eines Herstellers komprimiert wurden, auch mit dem eines anderen abgespielt werden können. Deswegen gibt es sogenannte Standards zur Video-Kompression (oder kurz: Video-Formate). Diese beschreiben, wie genau die Video-Daten von den Codecs komprimiert werden müssen, damit sie zueinander kompatibel bleiben.

Einige typische Formate/Standards zur Videokompression sind:

  • H.264 – Heute nahezu überall verfügbar, wird unter anderem in mp4-Videos verwendet. Auch Mpeg-4-AVC genannt.
  • H.265 – Nachfolger von H.264 mit besserer Qualität, kann aber noch nicht auf allen Geräten abgespielt werden.
  • MPEG-2 (Video) – Auch H.262 genannt, kommt auf DVD’s zum Einsatz.
  • VP9 – Alternative zu H.265.
  • ProRes – Wird oft von hochwertigen Filmkameras zur Aufzeichnung verwendet.

Wenn man also schon Haare spaltet, dann auch richtig. Es ist falsch zu sagen „Dieses Video wurde mit dem H.264-Codec komprimiert“. Richtig wäre „Dieses Video wurde mit einem H.264-Codec komprimiert“. Also mit einem Codec, der dem H.264-Standard folgt.

TLDR: H.264 ist ein Standard für Video-Kompression. Er schreibt Programmierern von Codecs vor, wie sie ihren Codec entwickeln müssen, damit das Video von anderen Codecs verstanden werden kann.

Und woher kommt die Verwirrung?

Wie man sieht, werden verschiedene Namen für dieselben Dinge verwendet, z.B. H.264 und Mpeg-4-AVC. Oder ähnliche Namen für verschiedene Dinge, z.B. MPEG-2 (Video) und MPEG-2 (Programmstrom).

Außerdem arbeiten bestimmte Container nur mit bestimmten Kompressionsformaten zusammen. Wer mp4 sagt, meint daher meistens auch H.264.

Und schließlich interessieren sich die meisten Anwender nicht dafür, mit welchem Codec ein Video tatsächlich komprimiert wurde. Da alle H.264-Codecs zueinander kompatibel sind, genügt es zu wissen, dass es sich um einen H.264-Codec handelt.

Fazit

In öffentlichen Foren lieber nicht schreiben: „Ich habe ein Video mit mp4-Codec.“ Der shitstorm von Besserwissern wäre euch sicher.


Filmemachercamp auf Burg Hoheneck

Wie lernen jüngere Jugendliche am besten, Filme zu machen? Natürlich im mehrtägigen Camp in einer coolen, inspirierenden Kulisse! Wir waren drei Tage auf Burg Hoheneck. Jeder Teilnehmer sollte die Chance bekommen, den Umgang mit Kamera, Tongerät, Licht, Klappe und Schnittsoftware zu üben. Ein kurzer Rückblick.

„Filmemachercamp auf Burg Hoheneck“ weiterlesen

Tagebuch Dreharbeiten – Total verpeilt im Wilden Westen

Allmählich haben wir genug von Vampiren. Da kommt die Gelegenheit, in der Westernstadt des Schlosspark Thurn zu drehen, gerade richtig. Also muss etwas mit Cowboys her. Und mit Zeitmaschinen und Lasergewehren. Insgesammt brauchen wir vier Drehtage und vier weitere für Training und Locationscouting.

„Tagebuch Dreharbeiten – Total verpeilt im Wilden Westen“ weiterlesen

Nie Wieder Shakespeare und das 29. mittelfränkische JuFiFe

Und schon wieder ist ein Jahr rum und das nächste Jugendfilmfestival steht an. Wieder wurden dafür über 100 Filme aus ganz Mittelfranken eingereicht, und wir sind diesmal nun schon zum fünften Mal dabei!

Nie Wieder Shakespeare auf dem JuFiFe 2017


Das diesjährige JuFiFe läuft vom Freitag den 17.03. bis zum 19.03.2017 im Nürnberger Cinecittà.

Und auch dieses Jahr werden wieder zwei Filme von uns gezeigt. Für alle Fälle Frühstücksflocken und Pluto ist weg werden am Samstag und Sonntag vorgestellt. Außerdem wird auch noch ein weiterer Kurzfilm „Die Berührung“ gezeigt, bei dem eine unserer Schauspielerinnen mitgewirkt hat.

Unsere Programm-Highlights:

Freitag

  • 18.00 bis 23.20h: Eröffnung und Filmprogramm
  • 21.45h: Die Berührung

Samstag

  • 14.00 bis 16.00h: Workshops „Von der Idee zum eigenen Film“ und „Animation und VFX“
  • 16.15 bis 23.20h: Filmprogramm
  • ab 16.15h: Für alle Fälle Frühstücksflocken

Sonntag

  • 10.15 bis 16.45h: Filmprogramm
  • ab 11.45h: Pluto ist weg
  • 18.00h: Preisverleihung

Der Eintritt ist wie immer frei, doch Popcorn und Getränke müssen selbst bezahlt werden.

Nach jedem Film werden die Filmemacher auf die Bühne gebeten, wo sie sich einem kurzem Interview mit dem Moderator stellen müssen. Zwischen den einzelnen Blöcken gibt es dann immer eine kurze Verschnaufpause zum Getränke Auffüllengehen oder einfach zum gemeinsamen in der Lobby Sitzen und über die gerade gesehen Filme Austauschen.

Von der Jury werden wieder Preise vergeben: In den drei Hauptkategorien Coming Up, Talent und Professional und in den Zusatzkategorien Kurzfilm, Webvideo und Musicclip. Des Weiteren werden auch wieder lobende Erwähnungen und der vom Publikum gewählte Preis vergeben.

Also kommt und stimmt für eure Favoriten ab!

Alle weiteren Infos findet ihr auf der JuFiFe Homepage

Hier geht’s zum ganzen Programm des JuFiFe

Szenenbild Pluto ist weg
Szenenbild Auf alle Fälle Frühstücksflocken
Szenenbild Für alle Fälle Frühstücksflocken
Szenenbild Pluto ist weg


Filmen lernen – Unsere Bibliothek

Film-Literatur: Bücher für junge Filmemacher

Wer zwischen den Workshops und Projekten von Nie Wieder Shakespeare auch zuhause weiter lernen möchte gute Filme zu machen, dem möchten wir hier einige Bücher empfehlen. Vereinsmitglieder können diese in den meisten Fällen unkompliziert ausleihen.

Allgemeine Übersichten

So wirst du Filmemacher: 130 Schritte zum beruflichen Erfolg

Elliot Grove

Unterhaltsame, leicht les- und blätterbare Einführung in das Filmemachen. Alle Phasen der Filmentstehung werden abgedeckt, von der Ideenfindung, über die Produktion, Regie, Kameraführung und Lichtsetzung bis hin zu Postproduktion und Vermarktung.

Das Buch (oder eher: Heft) geht nicht sehr in die Tiefe, lässt sich aber in den Pausen oder in freien Momenten herrlich durchblättern.

Das große Arbeitsbuch Film: Kopiervorlagen zur Geschichte, Analyse und Produktion von Filmen in der Sekundarstufe

Ines Müller-Hansen

Das Heft wurde für den Schulunterricht entwickelt und enthält kopierbare Informations- und Arbeitsblätter. Dabei geht es um Themen wie z.B. Figurencharakterisierung, Bildkomposition, Filmepochen, Geräusche, Storyboards oder Filmberufe. Möglicherweise eine gute Hilfe für die Konzeption neuer Workshops, aber wir haben es dafür noch nicht verwendet. Arbeitsblätter sind irgendwie … uncool.

Drehbuch, Humor und Storytelling

Handwerk Humor

John Vorhaus

John Vorhaus folgt der Maxime: Humor ist erlernbar. Mit seinen Erklärungen und Werkzeugen hilft er, das Schreiben von Comedy planbar zu machen. Eine lesenswerte Hilfe für angehende Autoren.

Kurzfilm-Drehbücher schreiben: Die ersten Schritte zum ersten Film

Axel Melzener

Theorie und Beispiele zum Schreiben von Kurzfilm-Drehbüchern. Die Erklärungen zu Charakteren und Dialogen, Handlungsaufbau und Format, Wendepunkten und Auflösungen halten wir für wirklich hilfreich beim Schreiben. Mit knapp 200 Seiten ist das Buch auch durchaus verdaulich.

Kamera und Licht

Das ultimative Canon-SLR Handbuch

SFT Foto Sonderheft 2014.

Eine leicht verständliche, bunt bebilderte Einführung in die Bedienung der Canon DSLR’s. Sehr empfehlenswert für alle neuen Kamerleute, die unsere Canon’s beherrschen wollen. Neben der Bedienung wird auch Hintergrundwissen über Themen wie Brennweiten, Tiefenschärfe, Belichtung, Weißabgleich usw. vermittelt.

Leider ist das Heft schon etwas älter, deswegen werden die aktuellsten Modelle von Canon nicht mehr abgedeckt.

Die chinesische Sonne scheint immer von unten«: Licht- und Schattengestaltung im Film

Achim Dunker

Eine schlanke Einführung zum Thema Licht. Wir hätten uns allerdings deutlich mehr Raum für praktische Beispiele, Anregungen und Setups gewünscht. Gerade auch das Thema Nachtaufnahmen kommt uns zu kurz. Dazu bewegen sich die vorgestellten Vorschläge oft außerhalb der technischen Möglichkeiten von Amateurfilmern („Für solche Fälle lässt sich der 100kW-Scheinwerfer, der auf einem LKW montiert ist, einsetzen“).

Die kreative Fotoschule

Markus Wäger

Über 400 Seiten zum Thema Fotografieren. Dabei nehmen Themen wie Schärfe und Unschärfe, Perspektiven, Belichtung und Bildkomposition einen großen Raum ein. Daher absolut empfehlenswert für alle angehenden Kameraleute.

Szenen-Gestaltung

Szenische Auflösung

Heiko Raschke
https://www.uvk.de/buecher/alle/db/titel/details/titel/szenische-aufloesung/ch/3be84a87f5f3dc785f081438f76ff4c3/

Es geht im Film nicht immer nur darum, schöne Bilder aufzunehmen. Sondern: Die Bilder sollen die Geschichte unterstützen, die Aufmerksamkeit des Zuschauers lenken, ihn in die Handlung involvieren und an seinen Emotionen rütteln. Aber wo muss dazu die Kamera stehen? Wie muss sie sich bewegen? Wie lässt man dazu die Charaktere durch den Raum bewegen?

Dieses Buch erklärt auf 188 Seiten neben den theoretischen Grundlagen viel praktisch anwendbares Wissen und erläutert dies anhand von gut nachvollziehbaren Beispielen.

Sehr lesenswert für alle, die das Thema erlernen wollen.

Master Shots, Volume 2: 100 Ways to Shoot Great Dialogue Scenes

Alexis van Hurkman
https://mwp.com/product/master-shots-vol-2-100-ways-to-shoot-great-dialogue-scenes/

Dasselbe Thema wie bei Heiko Raschke: Szenengestaltung. Aber hier werden keine Grundlagen vermittelt. Sondern anhand von hunderten Beispielen aus echten Filmen Szenengestaltung analysiert. In diesem zweiten Band der Reihe geht es um Dialoge. Die Szenen sind dabei nach ihren erzählerischen Aufgaben gruppiert: Conflict, Increasing Tension, Power Struggles, Group Conversations usw.

Das Buch wartet mit vielen Aha-Effekten auf und zeigt eindrucksvoll, wie stark die Szenengestaltung auf den Zuschauer wirken kann.

Nur auf Englisch.

Absolut lesenswert für jeden, der ohne theoretischen Ballast Inspirationen zu Szenengestaltung sucht, oder als weiterführende Ergänzung zu Heiko Raschke.

Eins zu Hundert: Die Möglichkeiten der Kameragestaltung

Achim Dunker
https://www.uvk.de/buecher/alle/db/titel/details/titel/eins-zu-hundert-1/ch/91ef3cff31d9a9b1447413311bdad065/

Noch eine Einführung in die Szenengestaltung. Leider sind wir noch nicht zum Lesen gekommen.

Postproduction: Schnitt und Color-Grading

Color Correction Handbook: Professional Techniques for Video and Cinema

und

Color Correction Look Book: Creative Grading Techniques for Film and Video

Alexis van Hurkman

Zwei englischsprachige Bände zum Thema Farbanpassung in der Postproduktion. Der erste Band behandelt vor allem die Korrektur und Optimierung der Farben. Im zweiten (deutlich kleineren) Teil wird erklärt, wie spezielle Looks erzeugt werden können. Das Buch enthält viel Theorie und zeigt direkt deren die Anwendung in gängigen Tools. Keine ganz leichte, aber lohnenswerte Kost.

Tagebuch Dreharbeiten – Voll Verknallt 4

Voll Verknallt – schon wieder!

Auf die Frage des Moderators bei der Kifinale in Ingolstadt, ob es eine Fortsetzung von Voll Verknallt 3 geben soll, hallte ein lautes „ja“ durch den gefüllten Kinosaal. Dem konnten wir uns natürlich nicht verschließen, und machten uns im September an die Arbeit: Voll Verknallt 4.

3.9. Techniktag und Probeaufnahmen

Crew Training Voll Verknallt 4
Probedreh Szene 1

Unserem alten Thema bleiben wir treu, aber die Mannschaft muss aus Altersgründen ausgetauscht werden. Auch unsere Kamera- und Tonleute sind also neu, und daher legen wir eine Woche vor den eigentlichen Dreharbeiten einen Tag Kameratraining und Probeaufnahmen ein. Die neue Crew wird in die Bedienung der Kameras und der Tongeräte und in unsere Abläufe eingewiesen. Anschließend können wir einige Szenen zur Probe aufnehmen. Wieder einmal merken wir, wie entspannt und trotzdem wertvoll so ein Probe-Drehtag ist. Und wieder einmal nehmen wir uns vor, so etwas in Zukunft häufiger zu machen.

Eine wichtige Frage war an diesem Tag ebenfalls zu beantworten: Verwenden wir für diesen Film unsere neue Sony AX33, oder muten wir der jungen Crew die anspruchsvolleren Canon EOS zu? Nach ein paar Stunden ist die Antwort klar: Unsere neuen Kamera-Leute kommen mit den EOS prima zurecht. Wir können uns also wieder auf schöne Bilder freuen.

10.9. Schule im Röthelheimtreff

Lateinstunde
Kampf mit der Jalousie – Lateinstunde

Für den Samstag hatten wir uns wieder den Röthelheimtreff gemietet. Wir brauchen ja wieder einen passenden Ort für die Schulszenen. Drei Räume stehen uns zur Verfügung. Einer wird zum Klassenzimmer umgestaltet. Der Zweite dient uns als Aufenthalts- und Pausenraum. Und einen kleinen Raum nutzen wir zum Text-Üben für die Schauspieler. Außerdem steht uns das große Außengelände zur Verfügung für alle, die überschüssige Energie loswerden müssen.

Ab 8:00 wird die Ausrüstung ins Haus geschafft und die Räume vorbereitet. Kurz vor 9:00 treffen die Filmemacher ein. Nach einem kurzen Rundgang durch’s Haus geht es sofort los.

Drei Szenen sind zu drehen: Einen Pausenszene im Klassenzimmer, eine Pausenszene im Treppenhaus und eine Lateinstunde. Wir starten gut in den Tag und kommen mit der ersten Szene schnell voran. Das liegt wohl auch daran, dass wir sie am Techniktag schon geprobt hatten.

Die Crew bei der Arbeit
Die Crew bei der Arbeit

Für die Pausen steht uns heute leider nicht die große Küche zur Verfügung. Die übliche Mittags-Suppe muss also ausfallen. Aber unser Küchenteam zaubert stattdessen leckere Sandwiches, so dass trotzdem alle satt werden.

Nach der Mittagspause dauert dann doch alles etwas länger als geplant. So schaffen wir es nicht fertig zu werden, bevor uns die Sonne aus Westen ins Klassenzimmer scheint. Daher muss unsere Technik-Crew am Ende des Tages harte Kämpfe mit dem Licht und den Jalousien ausfechten. Wir können aber schließlich doch alle Probleme lösen und werden am Abend rechtzeitig mit allen Szenen fertig. Zum Glück, denn ein Nachdreh wäre schwierig geworden.

11.9. Bei Aurela zuhause

Auf dem Weg ins Kino
Auf dem Weg ins Kino – Das Ende

Am Sonntag lassen wir es etwas gemütlicher angehen und treffen uns erst um 10:00. Als erstes muss die Straßenszene in den Kasten. Denn wenn erst einmal alle Nachbarn wach sind und die Straßen bevölkern, werden wir kaum noch eine freie Straße für uns finden. Wir beeilen uns und werden gerade noch rechtzeitig fertig, bevor aus allen Ecken Autos, Fahrräder, Fußgänger und spielende Kinder auf die Straße stürmen.

Danach geht wieder gemütlich zu. Szene 1 in Aurelas Zimmer hatten wir schon geprobt, und wir können uns Zeit lassen. In den folgenden Szenen ist nur Aurela zu sehen, so können sich die meisten Darsteller eine Pause gönnen oder bei der Technik helfen. Zwischendurch gibt es heute wieder Tischtennis.

Am Abend dann noch eine echte Herausforderung. Eine Außenaufnahme im Garten. Aus allen Richtungen stürzt Kindergeschrei auf uns ein. Denn schließlich ist heute der vorletzte Ferientag, und man spürt, dass es einer der letzten schönen Sommertage des Jahres wird. Die Crew und die Darsteller werden müde, kleinere Fehler schleichen sich ein, und wir müssen oft wiederholen.

Die Crew bei der Arbeit
Wie war das noch mit der Blende?

Alle sind froh, als dann schließlich doch die letzte Klappe gefallen ist und feststeht, dass wir unseren Reserve-Termin für den Nachdreh nicht brauchen. Ausgiebiges Abendessen, und sofort stürzen alle wieder zum Tischtennis. Es wird noch lange gespielt, und auch abholende Eltern reihen sich in den Rundlauf ein.

Als schließlich alle Filmemacher den Weg nach Hause gefunden haben, alle Technik wieder verstaut bzw. abtransportiert worden ist (vielen Dank an Torsten !! ), beginnt die Postproduction. Unsere Cutter müssen sich beeilen, immerhin ist in nicht einmal einer Woche Einsendeschluss für das KiFiFe.

Vielen Dank an alle Beteiligten für diese drei erlebnisreichen Tage! Wir freuen uns auf Voll Verknallt 5.